Die Grafen im Netz

06.06.-11.06.2007

Bayern (D)

Vorgeschichte: Als mich Toni im März dieses Jahres fragt, ob wir am Motorradtreffen der Kawasaki W650 in Bayern teilnehmen, bin ich zuerst sehr skeptisch, meine Liebe zum Motorrad ist noch nicht ganz ausgereift, aber als er sagt, wir fahren mit dem Wohnwagen, sehe ich ein paar Tage Campingurlaub und stimme zu.
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Hier sind die Reiseberichte
06.06. 2007 Um 9.45 starten wir in Steinbrunn. Das Wetter ist sehr bewölkt, zeitweise regnerisch. Die Fahrt verläuft gut, kaum Verkehr, um ca. 13.00 fahren wir in St. Georgen am Attersee von der A1 ab. Babsi hat uns einen tollen Plan gezeichnet, und so fahren wir nun den Attersee in Richtung Süden. Durch die Orte Attersee- Nussdorf- Zell- Parschallen. Und dann stand am Plan folgendes: „ 90°Kurve mit 40km/h Beschränkung, danach (bei km 25,2) rechts, 1.Haus links“ So fahren wir auch, nur stand nicht, dass diese Straße rechts eine Steigung von ich weiß nicht wie viele % hat, und noch dazu auf 50 Metern drei Kurven beinhaltet. Wir fahren rauf, sehr mühsam, der Traffic quält sich, die letzte Kuppe schafft er nicht. So muss Toni (ich bin sicherheitshalber ausgestiegen) diesen steilen, kurvigen Weg verkehrt zurück schieben. Wir sind nahe dran den nächst gelegenen Campingplatz aufzusuchen (sind nur 3km entfernt), da hat Franz Toni überredet es doch noch einmal zu versuchen. Kupplung (die schon sehr gemeckert hat) ist nun wieder ausgekühlt und so klappt es diesmal mit sehr viel Schwung. So stehen wir nun unmittelbar neben dem Haus, den „Wohnwagenhintern“ fast in die Straße hinein. Babsi und Franz haben wohl nicht vermutet, wie lang unser Gespann ist. Aber wir (bzw. eigentlich Toni) haben es geschafft. Aus Platzmangel haben wir gar nicht abgehängt. (mich hat dieser Berg bzw. Hügel erinnert wie bei Tante Monika in Großraming). Zum Glück haben wir aber vorher nicht gewusst was uns erwartet. Danach bewundern wir das Haus, Garten und Terrasse unserer Gastgeber. Terrasse mit Blick auf den Attersee und auch mit eigenem Badestrand und Badehütte. Wirklich sehr schön. Inzwischen strahlender Sonnenschein und sehr heiß. Wir verbringen einen sehr netten Abend mit Grillerei und viel Plaudern. Um ca. 23.30 gehen wir dann in den Wohnwagen schlafen. Mein letzter Gedanke vor dem Einschlafen war: „ Wie kommen wir hier je wieder runter?“. Ich glaube auch Toni hat mit ähnlichen Gedanken eingeschlafen. 07.06.2007 Nach einem besonders langen Frühstück wieder auf der Terrasse bei strahlendem Sonnenschein, starten wir um 11.30. Wieder den Berg verkehrt hinunter reversieren. Toni hat das souverän gemeistert, aber schweißgebadet und mit überhöhtem Puls (ich weiß nicht wie hoch) fahren wir dann los. Zuerst wieder zurück zur A1, dann Salzburg- Rosenheim und 30 km vor München fahren wir dann in Weyarn ab. Wir haben eine Wegbeschreibung, fahren durch 4 Ortschaften (jede ca. mit 10 Häusern) und dann in den Wald. Straße bzw. Weg inzwischen nur mehr einspurig (ich bete, dass niemand entgegenkommt) Es kommt immer mehr Wald und noch mehr Wald. Weg wird noch enger, rechts der Abgrund (eigentlich habe ich von Abenteuer genug). Wieder überhöhter Puls (ein ungesunder Urlaub). Endlich kommt ein Wegerl mit der Tafel: „Zum W650 Treffen“ Und diese Straße ist extrem steil bergab. Wir bleiben stehen, so wie es Tom (der Organisator) geschrieben hat. Ich bleib beim Auto und Wohnwagen, Toni geht hinunter um den Platzwart bzw. den Bauern der Wiese zu finden. (Meine Gedanken: „ Ich will da nicht hinunter, denn da muss man wieder rauf!!!“) Nach ca. 15 Minuten kommt Toni zurück und berichtet, dass dort unten eine Holzbrücke über den Fluss (Leitzach) führt, wo unser Auto wenn man es cm genau einfädelt durch passt, der Wohnwagen allerdings nicht. Der Platzwart der Wiese hat angeboten den Wohnwagen mit dem Traktor durch den ca. 30cm tiefen Fluss zu ziehen. Er meint es wäre kein Problem. (Meine Gedanken: „Mein Wohnwagen durchs Wasser!!!!!!!!“) Doch auch Toni hat keine 3 Sekunden nachgedacht und beschlossen von Abenteuern haben wir genug und wir fahren auf den ca. 6km entfernten Campingplatz. (Ich war glücklich!!!!!) Campingplatz Seehammer, direkt am Seehammersee, aber auch direkt an der Autobahn. Da wir aber tagsüber eh nicht da sein wollen und zum Glück einen guten Schlaf haben war es uns egal. Da wir länger als eine Nacht bleiben, (ist sonst nur ein Platz für Durchreisende) dürfen wir uns einen Platz aussuchen, und so stellen wir uns unter ganz dichte Bäume, sehr idyllisch. Der Campingplatz ist relativ klein (100 Stellplätze und 100 Dauercamper) und demnach auch nicht so teuer. (20 Euro pro Nacht allerdings excl. duschen. 1X Duschen kostet 1Euro) Nach dem Aufbauen und der Registrierung am Platz trinken wir noch Kaffee, und dann fahren wir mit dem Motorrad dorthin wo wir mit dem Wohnwagen NIE MEHR hin wollen. Ich hatte sogar jetzt am Motorrad das Gefühl die Straße ist zu eng wenn einer entgegenkommt, allerdings ist sich das doch ausgegangen. Dann waren wir dort, in der „bayrischen „Pampa“ wo wir den Tom getroffen haben, der schon für das morgen beginnenden Treffen Partyzelt etc. aufgebaut hat. Wir haben dann noch ein bisserl geplaudert, er will uns noch überreden doch mit dem Wohnwagen her zukommen, aber da hat er keine Chance. Wir werden am Treffen teilnehmen und abends jeweils am Campingplatz schlafen fahren. Dann sind wir noch eine größere Runde durch die bayrischen Wälder gefahren um uns mit der Umgebung vertraut zu machen und haben die Gegend genossen. Am Campingplatz zurückgekommen (ca. 19Uhr) haben wir noch gegrillt und gut gegessen. Bei einem Glaserl Wein haben wir den sehr aufregenden Tag ausklingen lassen. 08.06.2007 Wir schlafen bis 8.30 und frühstücken. Wetter bewölkt, 18° Um 10 Uhr starten wir mit dem Motorrad und fahren über Irschenberg an den Tegernsee. Wir umrunden den See (gar nicht so klein- ca. 20km) und fahren dann nach Bad Tölz. In der Altstadt in der Fußgängerzone trinken wir einen Kaffee. (war sicher der letzte in Bayern- Abwaschwasser um €2.90). Dann erkennen wir, dass alles was man aus der Serie: „Der Bulle von Tölz“ kennt, sich nur in der Altstadt abspielt (und die ist winzig)- denn rundherum ist Bad Tölz ein riesiges Industriegebiet Dann wollen wir wieder Richtung Campingplatz. Plötzlich Gewitter und Wolkenbruch. Wir stellen uns bei einem Gasthaus unter und warten ab. Gut war es, denn wir schauen in den Plan und bemerken, dass wir Bad Tölz an der falschen Stadtausfahrt verlassen haben. Als der Regen aufgehört hat, fahren wir zurück nach Tölz und nun den richtigen Weg über Miesbach- Irschenberg und zurück über den Campingplatz. Durch noch eine schwarze Wolke ging es auch noch durch, wieder patschnass, allerdings nur ganz kurz. Um 14Uhr sind wir wieder am Campingplatz, machen Brotzeit und dann fährt Toni mit dem Auto zum Motorradtreffen, das ja heute Abend beginnt, um Wein abzuliefern. Die W650er Fahrer haben im Forum geschrieben, wenn schon Österreicher kommen, dann auch mit österreichischem Wein. Ich mache währenddessen Siesta. Toni kommt retour und um 16 Uhr fahren wir mit dem Motorrad zum „W“ Treffen. Schön langsam trudeln alle Motorradfahrer ein, bis es zum Schluss insgesamt 23 Motorräder waren. Fast alles W650, ein paar andere „Oldtimer“ gibt’s auch. Und dann kommt für mich das faszinierende. 23 Männer (großteils +/- 45) stehen 4Stunden (ja VIER) und bewundern gegenseitig die Maschinen. Jedes „Schrauberl“ wurde besprochen, jede Lackierung ausdiskutiert, und mit jedem Vergaser (so glaube ich) war man danach „per Du“ Und nachdem ich ja keine andere Beschäftigung hatte, habe ich ganz schön viel Neues gehört bzw. gelernt. Um 20.30 gibt es dann Nachtmahl. Kotelett, Würstel und Bauernsalat. Mit uns war noch ein Österreicher (Tiroler), ein Schweizer (aus Basel) und sonst alles Deutsche (teilweise von ganz „oben“) dabei. Kaum waren alle mit dem essen fertig, ich kann es kaum glauben, stehen wieder 23 Männer neben 23 Maschinen. Weiter gehen aufgeregte, heftige Diskussionen. Währenddessen wird ein Lagerfeuer vorbereitet. (Ein Lagerfeuer mit Spiritus- und das müssen wir als Pfadfinder mit ansehen!!!!!) Um 22.15 möchte Toni zum Campingplatz zurück, ich bin froh, denn ich bin nun schon sehr müde. Allgemein sind wir nun auch froh unseren ‚Wohnwagen nicht dort zu haben, den die vielen Bierkisten die dort stehen werden immer leerer und leerer, und daher die Stimmung immer lauter und lauter…….. Am Campingplatz angekommen sitzen wir noch ein bisserl vor dem Wohnwagen und Toni beschließt zu meiner Erleichterung die morgige Ausfahrt mit den „W-Fahrern“ nicht mitzumachen. Erstens handelt es sich um ca. 400km, zweitens fahren die (so wie ich das jetzt einschätzen kann) sicher nicht das Tempo bei dem ich mich wohl fühle. Wir entscheiden morgen eine Tour alleine zu fahren. Nach diesem Beschluss kann ich herrlich einschlafen. 09.06.2007 Um 9.30 stehen wir auf, frühstücken und um 11 Uhr starten wir unsere heutige Ausfahrt bei strahlendem Sonnenschein. Als Ziel nehmen wir uns Garmisch Partenkirchen vor. - Weyarn - Miesbach - Bad Tölz - Bad Heilbronn - Bichl - Kochel am See Dort müssen wir nun über einen Berg wo leider steht: „Motorräder Samstag und Sonntag verboten“ So halten wir an, und schon kommen Motorräder von der anderen Seite herunter, die pantomimisch eine Polizeikontrolle oben darstellen. Wir drehen um und fahren weiter über - Großweil - Schlehdorf - Ohlestadt - Eschenlohe - Oberau - Fachant Und plötzlich teilt sich die Straße: links nach Garmisch und rechts nach Partenkirchen. (das war mir fremd dass es sich um zwei Orte handelt). Wir entscheiden uns für Partenkirchen da wir gerade auf dieser Spur sind. Dann müssen wir noch durch einen 2,5km langen Tunnel. (indem es immer kälter und kälter wird- ich hab schon Angst wenn wir wieder raus kommen liegt Schnee) Dem war nicht so. Es ist nach wie vor sehr warm, sogar sehr heiß und schwül. Im Zentrum beschließen wir uns ein Mittagessen zu gönnen. (es ist 13.30) In einem netten Gastgarten (mit Blick auf die Zugspitze) isst Toni Kalbsleberknödel auf Sauerkraut mit Salzkartoffeln und ich einen bayrischen Leberkäse mit Spiegelei und Bratkartoffeln. Dunkle schwarze Wolken ziehen über die Berge von Garmisch Partenkirchen auf. Unsere Nahrungsmittelaufnahme beschleunigt sich unbewusst. Eigentlich möchte ich hier noch das Weltcupstadion der alpinen Sportler anschauen, doch die immer dunkler werdenden Wolken ziehen uns Richtung heimwärts. Kurz nach Garmisch gibt’s zwei sehr kleine Tunnels und dazwischen steht die Polizei. Ich schau auf den Tachometer: „Nein, zu schnell sind wir nicht“. Trotzdem halten die uns auf. Leider sind wir auf einer Straße mit Fahrverbot für Motorräder. Wir haben es wirklich nicht gesehen. Da die Polizisten uns geglaubt haben, war es kein vorsätzliches Delikt und wir müssen NUR 15 Euro für die bayrische Polizei spenden. Toni kann es nicht fassen, seit 25 Jahren sein erstes Strafmandat. Dafür haben wir nun die schwarzen Wolken hinter uns gelassen und können bei strahlendem Sonnenschein (31°) weiterfahren. Eine kurze Pause machen wir dann noch in Blomberg (bekannte Sommerrodelbahn) und um 17 Uhr sind wir wieder am Campingplatz. Kurz duschen, dass hatten wir dringend nötig und schon fahren wir wieder mit dem Motorrad zum Treffen. Mittlerer Weile sind alle von den Touren zurückgekommen, und Tom’s Frau bringt mit dem Auto das Nachtmahl. Leberkäse gebraten und Kartoffelsalat. Erstmals gibt’s für die vielen Männer ein anderes Thema: Heißt es nun Leberkäse oder Fleischkäse??? Wusste gar nicht dass man darüber sooo lange diskutieren kann!! Vor allem wenn es Fleischkäse hieße wäre dann der Käseleberkäse der Käskäs!! (Da gab es einiges zum Lachen) Kaum sind alle satt, wie könnte es anders sein stehen wieder viele Männer neben den vielen Maschinen und diskutieren. Dann kommt (vor allem für mich) das Highlight des Abends. Der Schweizer aus Basel packt bei Einbruch der Dunkelheit massenhaft an Käse und sonstiger Zutaten aus und macht auf einem großen Topf herrliches Käsefondue. Es ist einfach köstlich. Sogar die Männer bringt er dadurch von den Maschinen weg, und so stehen nun alle 23 Männer und mittlerer Weile auch 3 Frauen vor dem riesigen Topf und mampfen. Dann gibt’s wieder Lagerfeuer, doch um 23.30 verabschieden wir uns und fahren zurück zum Campingplatz. Es war wirklich (auch für mich) ein tolles Erlebnis. 10.06.2007 Wir erwachen bei strömenden Regen um 7.30, der aber kurz danach aufhört. Nach dem Frühstück packen wir alles zusammen (vor allem das schwere Motorrad wieder ins Auto) und um 10.00 starten wir Richtung Österreich. Einen Tag Urlaub wollen wir uns noch gönnen und so fahren wir in Amstetten von der A1 ab, und bleiben am Campingplatz Grein an der Donau stehen. Wir bauen unser Sonnendach nochmals auf (weil es noch feucht von Bayern ist)- und mittlerer Weile schaffen wir das in nur 10 Minuten. Kurz darauf sitzen wir beim Kaffee mit Blick auf die Donau und strahlendem Sonnenschein. Anschließend machen wir einen Spaziergang. Wir besichtigen das Schloss Greinburg (allerdings nur von außen- sonst wäre es teuer geworden), spazieren oben bei der Burg zum Donaublick und danach noch einen Rundgang durch die Stadt und zum Hafen und wieder zurück zum Campingplatz. Ein schweres Gewitter zieht auf. Rundherum ist es schon dunkelschwarz, es dauert noch eine Stunde, jetzt ist das Gewitter auch hier. Als wir hier ankamen hatte es 32°, jetzt 17°. So beschließen wir heute drinnen zu essen. Es gibt Spare rips. Toni grillt sie draußen auf unserem neuen ultrasuper Gasgriller (auf dem man auch kochen kann- und im Wohnwagen bleibt alles sauber!!!), aber zum Essen ist es heute drinnen gemütlicher. Dann gehen wir noch duschen (endlich wieder ohne Duschmarken) und lassen unseren letzten Urlaubsabend angenehm ausklingen (jetzt ist auch das Gewitter wieder vorbei) 11.06.2007 Da wir heute nach dem Frühstück etwas mehr Zeit haben, nutzen wir die Gelegenheit gleich um alles zu säubern. Um 11 Uhr starten wir in Grein und sind um 13.15 in Steinbrunn in der Garage. Sehr traurig lassen wir unseren Wohnwagen zurück, doch wir haben ihm versprochen nur 19x schlafen, dann holen wir ihn wieder. Anschließend waren wir noch bei meinen Eltern, wurden mit Wurstsalat und Jause verköstigt, haben viel geplaudert können noch Astrid und Melanie sehen, und um 18 Uhr sind wir dann zu Hause. All die schönen Gegenden, die wir in diesen Tagen teilweise mit dem Auto teilweise mit dem Motorrad gefahren sind (Oberösterreich- Salzkammergut- Salzburg- Bayern, Strudengau etc.) haben mir meine sowieso schon bestehende Meinung bestätigt:
Alles was wir vorher wissen: - Treffen findet auf einem Platz statt, der kein Campingplatz ist. - tief in der bayrischen „Pampa“ - Sanitäranlagen und Strom sind fraglich - Toni kennt all diese Leute „nur“ aus dem Forum von www.w-650.de - Der Organisator Tom hat uns einen genauen Plan geschickt wie wir dorthin kommen. Durch Zufall hat es sich ergeben, dass sehr liebe Freunde und Kollegen Babsi und Franz, die am Attersee ein Haus haben, uns eingeladen haben, so fahren wir schon am Mittwoch los.
Hier gibt es die Fotos